Der lange Weg nach Timbuktu

Nachdem er den Senegal-Fluss Richtung der Kolonialhauptstadt St. Louis überquert hat, lässt Michael Palin die Wüste hinter sich und erfreut sich an den Vorzügen des weltoffenen Afrika. Er trifft den senegalesischen Soap-Star Marie-Madeleine Yakouba zum Lunch. Während des Essens ist Polygamie ein Thema ihrer Unterhaltung. Ein Thema, das während der ganzen Reise präsent sein wird. Marie-Madeleine hat damit nichts am Hut. Genauso wenig wie die Lehrerin Dhadi Ba, die Michael Palin im Zug nach Bamako kennen lernt. „Mit-Ehefrauen werden immer eifersüchtig, das steht außer Frage’, erklärt sie und führt aus, dass deshalb der Gebrauch schwarzer Magie und der Vorwurf des Einsatzes von Hexenkräften in polygamen Familien weit verbreitet sind. Für Männer wie den Ringerchampion Morf, oder Jazz-Club-Besitzer ist Polygamie hingegen genau so selbstverständlich, wie die tägliche Verspätung des Bamako Express Zuges. Michael Palin lässt die Hauptstadt Dakkar hinter sich und erreicht nach einer zweitägigen Zugreise endlich Bamako und trifft sich mit dem berühmten Koraspieler (afrikanische Harfe) Tounami Diabate. Toumani lädt ihn zu einem privaten Konzert in sein Haus ein, bevor sich Palin auf den Weg zum Völkerstamm der Dogon macht. Eine Woche Zusammenleben mit den Dogon gibt Michael Palin die Gelegenheit, sich mit deren außergewöhnlichen Kultur vertraut zu machen. Nachdem er sich fast seinen Kopf mit einer antiken Steinschlossflinte von den Schultern gepustet hat, entschließt er sich, seine Tour in die reizvollste Stadt der Sahara, nach Djenne, fortzusetzen. Begleitet von einem kleinwüchsigen Reiseführer, der Pygmy genannt wird, besichtigt er die gesamte Stadt mit ihrer beeindruckenden, aus Lehm erbauten, Moschee und den riesigen Viehmarkt, auf dem ausschließlich Schafe angeboten werden. Er hat die Stadt am Abend des Hammelfestes erreicht, dem wichtigsten muslimischen Fest. So wird Michael Palin Zeuge von Gebeten und Opfergaben in Form von Schafen und erfährt von der ergreifenden Liebesgeschichte zwischen Pygmy und einer Milchverkäuferin. Außerdem überrascht es ihn außerordentlich, dass die Hoden der Opfertiere bei Verzehr zu einer Steigerung der Intelligenz führen sollen. Michael Palin macht sich auf, um den beeindruckenden Niger zu erreichen. Er fährt auf einer Pinasse mit, einem jener großen, hölzernen Transportboote, die auf dem Fluss zwischen Mopti und Timbuktu pendeln. Es ist der gleiche Reiseweg, den der große schottische Entdecker Mungo Park vor 200 Jahren genommen hat, nur weniger gefährlich: Die größten Hindernisse, die Michael Palin überwinden muss, sind ein sturer, uneinsichtiger, norwegischer Missionar und eine große Sandbank, auf die sein Boot aufläuft. All dies geschieht genau eine Tagesreise von der legendären Stadt entfernt, die Mungo Park nie erreicht hat.