Spuren im Sand

Es gibt nur wenige Gebiete auf dem Planeten Erde, in die noch nie eine Kamera ihr Stativ gesetzt hat. Die Sahara zählt dazu. Und dabei erreicht man diese fremdartige Landschaft mit einem Drei-Stunden-Flug aus Großbritannien. Die Briten versuchen, die Sahara zu meiden, sie steht für sie vor allem für „Sand und Franzosen“, was für einen Briten wirklich beunruhigend klingt. Aber diese Vorbehalte sind für Michael Palin eher ein Anreiz. Im behaglichen Gibraltar plant er seine Eroberung der Sahara, beginnend mit einer Zwölf-Meilen-Tour per Fähre nach Tanger. Bevor er die Sahara wirklich erreichen kann, muss Michael Palin zunächst Fez, das spirituelle Zentrum Marokkos und anschließend Marrakesch, die touristische Hochburg des Landes, durchqueren. Dann erreicht er den Hohen Atlas. Die Gebirgskette durchzieht Marokko derart, als würde sie über das Land wachen, es umarmen. Die Grenze zwischen Marokko und Algerien gilt als Schandfleck, denn hier befindet sich ein Flüchtlingscamp mit über 160.000 Menschen, die bereits vor über 27 Jahren aus der West-Sahara geflohen sind, als diese von Marokko besetzt wurde. In dieser unwirtlichen Umgebung fristen die Männer, Frauen und Kinder ihr Dasein und scheinen von den Herrschenden und anderen Einwohnern vergessen worden zu sein. Michael Palin besucht eines der größten Lager, bevor er, begleitet von den Polisario, Freiheitskämpfern aus der West-Sahara, an die Grenze von Mauretanien geleitet wird. Weiter im Süden besteigt Michael Palin die längste Eisenbahn der Welt, die vor allem große Mengen Eisenerz transportiert. Sein Ziel ist Chinguetti, eine heilige Stadt des Islams und der Standort eines Stützpunkts der Fremdenlegion. Hier ist der Ort, an dem Michael Palin den größten Triumph seiner langen und unvergleichlichen Karriere feiern kann: Als er zu einer Runde „Daemon“ (etwa wie „Dame“, gespielt mit Kamelhaufen und Strohbündeln) herausgefordert wird und den lokalen Champion besiegen kann.